Prognose Hypothekarzinsen und die Wahl der richtigen Hypothek
Du fragst dich, welches Hypothekar-Modell und welche Laufzeit für dich am besten geeignet ist? Wir geben dir einen aktuellen Einblick über die Lage der Weltwirtschaft sowie über die Entwicklung der Hypothekarzinsen in der Schweiz, damit du dir eine Meinung bilden kannst:
Ausgangslage und Einschätzung
Nachdem sich im Nahen Osten dank des Rahmenabkommens mit der vereinbarten Waffenruhe zunächst eine Beruhigung der Lage abzeichnete, eskalierte der kriegerische Konflikt erneut. Dadurch stiegen die Energiepreise im Juli wieder an, was für die Inflationsgefahr keine guten Nachrichten sind.
Die Inflationsrisiken bergen das Risiko, dass das teilweise bereits angeschlagene, moderate Wirtschaftswachstum vieler Weltregionen stärker als erwartet in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Die Inflation ist in vielen Ländern bereits spürbar angestiegen, in der Folge auch das Zinsniveau, was negative Effekte auf das Wirtschaftswachstum hat. Die Abkühlung der Weltwirtschaft dürfte an der exportorientierten Schweiz nicht spurlos vorbeiziehen, zumal die Schweizer Wirtschaft bereits durch den starken Franken belastet wird.
Bis anhin weist jedoch die Datengrundlage der SNB darauf hin, dass die Inflation ausschliesslich in der kurzen Frist erhöht bleibt. Der mittelfristige Inflationsdruck hat sich im vergangenen Quartal kaum verändert. Die Inflationsprognose der SNB zeigt, dass die Inflation bei gleichbleibendem Leitzins (0 Prozent) über den gesamten Prognosezeitraum innerhalb des Zielbands verbleibt. Damit ist die Preisstabilität gewährleistet.
Trotz der anhaltenden Unruhen in Nahost erwartet die SNB weiterhin eine moderat wachsende Wirtschaft. Für das Jahr 2026 rechnet die SNB mit einem BIP- Wachstum von 1 Prozent, für das Jahr 2027 mit 1,5 Prozent.
Die geopolitische Lage ist sehr fragil, die Zinsprognose unterliegt deutlichen Risiken, was Inflationsprognose und Wirtschaftsaussichten betrifft.
Quartalseinschätzung der Glarner Kantonalbank
Wie von uns prognostiziert, hat die SNB den Leitzins bei 0 Prozent belassen. Sie betont im Rahmen ihres geldpolitischen Entscheids die gestiegenen Unsicherheiten und bekräftigt, dass die Bereitschaft für Devisenmarktinterventionen momentan erhöht ist.
Die SNB bleibt abwartend. Ihr Fokus liegt weniger auf dem Leitzins als auf der Wechselkurspolitik. Bei einer Aufwertung des Schweizer Frankens sind Devisenmarktinterventionen deutlich wahrscheinlicher als Zinsänderungen. Die SNB betont denn auch ausdrücklich ihre Bereitschaft zu solchen Interventionen am Devisenmarkt. Wir rechnen – in Übereinstimmung mit dem allgemeinen Konsens – nicht mit einer Leitzinserhöhung bis Ende Jahr. Die Saron-Hypotheken werden sich seitwärts entwickeln.
Die mittel- und langfristigen Zinsen dürften moderat steigen. Obwohl viele Gründe für ein stabiles Zinsniveau sprechen, begründet sich dieses «Zinsparadox» durch die Einbettung der Finanzmarktzinsen in internationale Entwicklungen.
Das Zinsniveau in den USA und der EU weist seit Jahresbeginn einen Aufwärtstrend auf. In der Folge kam es zu einer Anpassung der Erwartung hinsichtlich Renditen von Schweizer Anleihen. Während die internationalen Zinsen stark durch die restriktive Geldpolitik von Fed und EZB getrieben sind, sind die Schweizer Renditen «Nachzügler» im internationalen Umfeld. Die Hypothekarzinsen von Festhypotheken orientieren sich nicht nur an globalen Renditetrends, sondern auch an den entsprechenden Swap-Sätzen. Hier rechnet der Markt mit einem moderaten Wachstum. Dieses Umfeld spricht für eine Wahrscheinlichkeit moderat steigender Zinsen.
Soll ich eine Festhypothek oder eine Rollover-Hypothek abschliessen?
Die Geldmarkthypotheken haben aufgrund der 0-Prozent-Zinspolitik der Nationalbank auf SARON-Basis ihren Tiefpunkt erreicht. Selbst bei Negativzinsen würde der 0-Prozent-Floor zum Tragen kommen. Behält die SNB diesen tiefen Leitzins bei, bleiben Hypotheken auf Rollover-Basis attraktiv. Für die Wahl der richtigen Hypothek ist jedoch die Zinserwartung entscheidend. Wer auf tiefe Zinsen vertraut, dem empfiehlt sich eine Rollover-Hypothek. Zudem zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass Rollover-Hypotheken grundsätzlich günstiger sind als Festhypotheken. Es gab nur wenige und eher kürzere Phasen, in denen Rollover-Hypotheken einen Kostennachteil hatten. Im übrigen kann bei einem Umfeld steigender Zinsen unter Berücksichtigung von vertraglichen Fristen das Hypothekarmodell flexibel gewechselt und auf Festhypotheken umgestiegen werden.
Wer hingegen von konstanten oder gar steigenden Zinsen überzeugt ist, dem empfehlen sich Festhypotheken. Ein tiefes Zinsniveau ist meist von überschaubarer Dauer. Erste Stimmen sprechen von Leitzinserhöhungen in der Schweiz bis Ende 2026. Dafür bestehen keine Anhaltspunkte und für eine seriöse Prognose ist es aktuell noch zu früh.
Nebst der Zinserwartung muss für die Wahl der richtigen Hypothek auch das eigene Sicherheitsbedürfnis miteinbezogen werden. Wer das Zinsänderungsrisiko gänzlich vermeiden möchte, fährt mit einer langfristigen Festhypothek am besten.
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